irregulär 1. a) nicht regelgemäß, nicht der Regel entsprechend; b) nicht dem Gesetz entsprechend, ungesetzlich, regelwidrig; Ggs. regulär; Irregularität die; -, -en: 1. a) Regellosigkeit; mangelnde Gesätzmäßigkeit; Ggs. Regularität (a); b) vom üblichen Sprachgebrauch abweichende Erscheinung (Sprachw.); Ggs. Regularität (b). 2. kirchenrechtliches Hindernis, das vom Empfang der geistlichen Weihen ausschließt (kath. Kirchenrecht)

Meine lieben Freunde!
Ob Video tatsächlich den Radiostar gekillt hat, möchte ich nicht beurteilen müssen. Tatsache ist jedoch, dass die Medienlandschaft ohne Musikvideos um eine interessante Kunstform ärmer wäre. Wenn ich nun nach den besten Musikvideos suche, gilt es gewisse Richtlinien zu befolgen, die ich mir aus Qualitätsgründen auferlegt habe: So müssen sämtliche Videos nicht nur speziell für den Clip erstellt worden sein, also nicht etwa lediglich aus Ausschnitten eines Kinofilms bestehen, noch soll es sich lediglich um einen Mitschnitt der ausführenden Künstler, beispielsweise um Konzerte handeln. Zusammengefasst muss ein möglichst hochwertiger Kurzfilm vorliegen, der im besten Fall auch noch zum Musikstück passt, vordergründig jedoch auf visueller Seite überzeugen kann.
Mir waren dabei Kriterien wie Kreativität und Ästhetik am wichtigsten, wohingegen ich mich darum bemüht habe, mich möglichst wenig von der Qualität der Musik, bzw. meiner persönlichen Wahrnehmung derselben beeinflussen zu lassen, was natürlich nicht immer zu 100% möglich ist. Es war mir dennoch ein Anliegen, weniger liebsame Musikstücke nicht unbedingt zu benachteiligen, bzw. meine persönlichen Musikfavoriten nicht einzig aufgrund meiner subjektiven musikalischen Vorlieben aufzugreifen.
Und hier sind sie, die "PVMA" (Panopticum Video Music Awards), oder die "5 besten Musikvideos": [auch hier gilt: Bilder klicken, um die Videos anzusehen]

 
 
 
5. Platz: CINNAMON CHASERS - LUV DELUX
 
 
 

Zugegeben, ich kannte die "Cinnamon Chasers" bis vor kurzem überhaupt nicht. Dies mag an meinem Banausentum ebenso liegen, wie an mangelnder Popularität derselben. Das bereits vielfach ausgezeichnete Video zu "Luv Deluxe", mittlerweile womöglich bekannter als die Musiker selbst, behandelt das Thema (post-)pubertäre Liebe, bzw. die damit verbundenen Schwierigkeiten und Probleme auf sehr anschauliche Weise. Gut, ein gewisser Hang zum Fatalismus soll nicht verschwiegen werden und auch nicht, dass es sich wohl um keinen alltäglichen oder massentypischen Tagesablauf handelt. Der technisch makellose und auch optisch hochwertig präsentierte Zeitraffer entfaltet dennoch eine überaus hypnotische Wirkung, die durch die musikalische Untermalung, welche wohl eigentlich das Hauptprodukt sein sollte, zwar noch unterstützt wird, diese aber dennoch regelrecht in den Hintergrund verbannt.
Da dies an dieser Stelle jedoch nicht gefragt ist und die Musik immerhin keineswegs negativ auffällt, bedenke ich "Luv Deluxe" aufgrund der eindrucksvollen Präsentation mit diesem vierten Platz.

 
 
 
4. Platz: LINKIN PARK - BREAKING THE HABIT
 
 
 

"Linkin Park" dürfte wohl mit deutlichem Abstand die populärste Formation dieser Awards sein. Die Musik ist soweit ordentlich, allseits bekannt und bereits häufig zu unterschiedlichen Zwecken (..auch im Rahmen von Trnsfrmrs… ..aber lassen wir das…) verwendet, respektive missbraucht worden. "Breaking the Habit" ist einer jener vielen, ordentlichen Songs der beliebten Band, unterscheidet sich zumindest für mich jedoch maßgeblich durch die Begleitung eines sehr interessanten Videos, für welches der hervorragende Kazuto Nakazawa verantwortlich zeichnet. Nicht zuletzt den Fans der Anime-Sequenzen aus "Kill Bill 1" sollte der visuelle Stil bereits bekannt vorgekommen sein, diese stammen nämlich ebenfalls aus der Feder Nakazawas.
"Breaking the Habit" mag kein Außenseiter sein, was Musikvideos betrifft, immerhin wurde es bereits 2004 mit dem "MTV VMA Viewer's Choice Award" ausgezeichnet, innerhalb der PVMAs reicht es immerhin für diesen dritten Platz.

 
 
 
3. Platz: RAMMSTEIN - SONNE
 
 
 

Ich muss einräumen, kein Fan von "Rammstein" zu sein, gehe aber nicht so weit, mich als deren Feind zu bezeichnen. Vielleicht trifft es am besten zu, wenn ich mich einen "Rammstein"-Skeptiker nenne. Was Präsentation betrifft, sollen jedoch die Bühnenshows sehr sehenswert sein und auch die Musikvideos zeichnen sich immerhin häufig durch eine überdurchschnittliche, visuelle Gestaltung aus.
Als überdurchschnittlich darf das Video zu "Sonne" jedoch nicht durchgehen. Die düstere Interpretation von Schneewittchen und ihren sieben Zwergen, nämlich zwischen depressiver Bergwerksstimmung, fatalistischer Drogenabhängigkeit und SM-Erotik kann ich guten Gewissens als genial und bahnbrechend bezeichnen. Diese faszinierende Idee wurde besonders hochwertig umgesetzt und in Kombination mit dem äußerst passenden Song entfaltet das Werk eine Wirkung, die weit über die bloße Summe seiner Bestandteile hinausgeht.

 
 
 
2. Platz: ROB DOUGAN - CLUBBED TO DEATH
 
 
 

Von emotionaler Seite hat es nicht ganz für den ersten Platz gereicht, die Entscheidung war aber denkbar knapp und objektiv betrachtet hätte ich vielleicht sogar den Spitzenplatz vergeben müssen.
"Clubbed to Death" fesselt nicht nur mit enorm eingängiger Melodie (die hinlänglich aus einschlägigen Science-Fiction-Blockbustern bekannt sein dürfte…) sondern überzeugt maßgeblich aufgrund des handwerklich großartigen Videos. Visuell, sowie auch inhaltlich wird spannendes geboten und es verwundert nicht, dass auf YouTube regelmäßig Fragen auftauchen und Diskussionen losgetreten werden. Selbst die gar nicht so verborgen gehaltene Message fällt positiv auf und das Gesamtwerk überzeugt in jeder Hinsicht auf hohem Niveau.

 
 
 
1. Platz: TORI AMOS - SPARK
 
 
 

Dieser Fund reicht relativ weit zurück, nämlich bis in das Jahr 1998, als ich zufällig auf das Video zu "Spark" von "Tori Amos" stieß. Man kann nicht behaupten, Tori sei eine unbekannte Künstlerin, allerdings kann man sie/ihre Musik wohl bedenkenlos als ewigen Insidertip betrachten. "Spark" ist ein sehr guter Song, für mich einer ihrer besten. Das Video dazu ist hingegen der Hammer schlechthin. Die dichte Atmosphäre, das fesselnde Geschehen, die packende visuelle Umsetzung desselben begeistern mich auf eine Weise, wie es kein anderes Video bislang zustande bringen konnte. Diese tiefgehende emotionale Wirkung, welche meine Fantasie nicht nur angeregt, sondern regelrecht nachhaltig geprägt hat, sichert "Spark" damit eindeutig und trotz starker Konkurrenz diesen Spitzenplatz der PVMA.

 
 
 

Das Thema Musikvideos ist damit zum Abschluss gekommen, es war ein hartes aber faires Duell um den ersten Platz, mit etwas Abstand tummeln sich die Plätze 3-5 ebenfalls eng beisammen. Interessant ist, dass es tatsächlich gar nicht soo viele, besonders hochwertige Musikvideos gibt, die dazu nicht vordergründig plattes Posing eines populären Stars zum Inhalt haben, also als schlichte Eigenwerbung betrachtet werden müssen. Andererseits fällt auf, dass viele der Clips, die als innovativ und hochwertig umgesetzt anzusehen sind, recht oft sehr unangenehm anmutende Bildsprache zueigen haben, so beispielsweise die (nicht uninteressanten, jedoch verstörenden) Videos von "Tool" und "Aphex Twin".
Dennoch und obwohl ausgesprochen gute Musikvideos rar gesät sind, handelt es sich wie eingangs erwähnt um eine interessante und auch unterhaltsame Kunstform, die selten aber doch wahre Geniestreiche hervorbringt und die aufzustöbern dann auch eine entsprechende Freude ist.
In diesem Sinne!